Letzten Sonntag gab’s beim Radiosender 1Live ordentlich einen mit dem Hammer vor die grauen Zellen. Da wurden nämlich den ganzen Tag nur Hits der 90er gespielt. Und zwar die beliebtesten. Ausgewählt von den Hörern des Senders, die für ihre Songs seit Tagen im Internet abstimmen konnten. Heraus gekommen ist die Top 200 Playlist mit Songs, die so manch einem von uns ein paar böse, peinliche, lustige oder auch traurige Erinnerungen in den Kopf gerufen haben, die wir möglicherweise lieber ganz weit dort hinten im letzten Jahrtausend gelassen hätten.
In den 90ern war ich irgendwas zwischen 11 und 19. Eine wirklich wilder Lebensabschnitt für einen jungen Menschen in einer wirklich wilden Zeit. Um all die Dinge, die ich erlebte und all die Hochs und Tiefs durch die ich ging hier niederzuschreiben, würde der Speicher meines Hosts vermutlich nicht ausreichen, aber es war eine wirklich wilde Zeit mit einer sehr breiten Spanne an Erfahrungen und Ereignissen, von denen ich nichts missen möchte, egal wie schlimm oder gut es damals war.
Wenn ihr auch Kinder der 90er seid und diese Zeit aktiv miterlebt habt, also nicht sabbernd im Maxi-Cosi oder heulend in der Sonnenblumengruppe im Kindergarten, sondern so, dass ihr euch auch an die Dinge erinnern könnt, die in dieser Zeit passiert sind, euer erster Kuss, der erste Sex, der erste Liebeskummer, das erste Bier, der erste Joint, die erste richtige Prügelei und vieles mehr, dann ist diese Playlist, die ich in Spotify anhand der offiziellen 1Live Playlist vom letzten Sonntag zusammengeklöppelt habe, möglicherweise genau das richtige für euch.
Hier und da fehlen leider ein paar Songs, hauptsächlich von so deutschen Grössen wie den Toten Hosen, den Ärzten oder Xavier Naidoo. Ich weiß nicht genau, woran das liegt, aber ich lebe ganz gut mit der Vorstellung, dass die Herrschaften sich einfach zu fein und ausserdem zu geldgeil sind, um ihre Musik für ehrliche, zahlende Menschen auf einer grossartigen Plattform zur Verfügung zu stellen. Sei’s drum. Ich habe dafür eine Handvoll Songs hinzugefügt, die in der Liste fehlten, meiner Meinung nach aber unbedingt dort hineingehörten.
Viel Spass beim Hören, erinnern und mentalen wegbrechen, ganz egal in welche Richtung. Apropos Richtung: Die Songs sind übrigens in umgekehrter Reihenfolge. Der letzte Song der Spotify-Playlist ist der erste Platz der 1Live Playlist. Also ist die Liste eigentlich richtig herum, weil man hört sich ja vom letzten Platz bis zum… Ach Nirvana… Äh… Nevermind…