Flugmodus.

Ich bin wieder zuhause. Ich bin nicht abgestürzt, ich habe nichts vollgekotzt, bin nicht in Panik ausgebrochen und bin auch während des Flugs nicht aufgesprungen um “Allah ist groß!” oder “Wir werden alle sterben!” zu rufen.
Ich war vor dem ersten Flug in meinem Leben noch nicht einmal besonders nervös. Etwas aufgeregt möglicherweise, weil einem Freunde und Arbeitskollegen vorher ja gerne ihre gruseligsten Erlebnisse von ihren Reisen mit dem Flugzeug erzählen. Von Übelkeit, extremen Druck auf den Ohren, Turbulenzen während des Flugs und Bomben und Zusammenstößen mit Wolkenkratzern und all das. Das einzige, was mir ein wenig negativ in Erinnerung geblieben ist, ist das Schwindelgefühl beim Fliegen von Kurven, welches ich aber gut in den Griff bekam, indem ich einfach aus dem Fenster schaute und meinen Blick auf einen Punkt fixierte.
Natürlich macht man sich ein paar Gedanken, wenn man zum ersten mal in seinem Leben ein Flugzeug besteigt. Nicht unbedingt darüber, wie hoch die Chance ist, dass man eventuell abstürzen könnte, sondern vielmehr, wie sich das ganze auf die eigene Psyche auswirkt. Ob man vielleicht während des Starts eine Panikattacke bekommt, ob der Realisierung, dass man jetzt in dieser Sardinenbüchse auf 8000 Meter Höhe steigt und es kein Zurück gibt. Aber wenn man den Start erstmal hinter sich gebracht hat, ist es im Grunde wie Zugfahren. Während der Hinflug am Freitag zu später Stunde stattfand und dank bereits eingetretener Dunkelheit relativ unspektakulär war, gab’s auf dem früheren Rückflug heute durchaus mehr zu sehen. Die immer kleiner werdende Landschaft, das Fliegen über den Wolken und vor allem der Sonnenuntergang waren durchaus beeindruckend.
Für die anderen Passagiere, die mit einer buddhagleichen Anteilnahmslosigkeit in ihren Sitzen saßen, muss ich als fotografierender, und ständig Worte des Erstaunens aussprechender Honk mit einem Gesichtsausdruck wie ein Kind im Süsswarenladen gewirkt haben wie der absolute Vollspast-Tourist. Aber hey, es war das erste Mal und es war wirklich ein beeindruckendes Erlebnis. Und ich glaube, begeistert und fasziniert aus dem Fenster zu starren ist immer noch besser und weniger peinlich, als sich kreideblass und schweissgebadet in seinen Sitz zu kauern und seine Spucktüte randvoll zu kotzen.
Am lustigsten war übrigens der Typ, der nach der Landung als einziger tatsächlich klatschte und sich somit als routinierter Mallorca-Flieger outete.