Neue Musik gekauft.

Sehr cooler Bluesrock, der hier mal ein bisschen nach den White Stripes und dort mal ein wenig nach den Kings of Leon klingt. Die Jungs nehmen ihre Alben in Kellern und Waschküchen auf, was den Songs eine ganz eigene, ziemlich raue bis dreckige Akkustik verleiht. Gefällt mir. Sehr sogar.

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John Niven: The Second Coming

Da ich kein Hipster mit tollem StartUp Unternehmen bin, las ich das Buch auf Deutsch. Dort trägt es denn irgendwie nicht so glücklichen Titel ‘Gott bewahre’. Ich entschied mich für diesen Eintrag trotzdem für den englischen Titel weil das meine subtile Art ist euch zu sagen, wie sehr am Arsch mir euer lächerliches Getue doch vorbei geht.

Aber kommen wir zum Buch. Es wurde mir von irgend jemandem bei Twitter empfohlen, nachdem ich meinen Kindle ausgepackt hatte und dort die Aufforderung gemacht hatte, mir Lesestoff vorzuschlagen. Ich kannte John Niven bis dato nicht. Er hat wohl ein ziemlich böses Buch über die Musikbranche geschrieben in dem es ziemlich rund geht, aber das war mir egal. Nachdem der Titel mehrfach genannt wurde, entschied ich mich dann für ‘Gott bewahre’ und begann, völlig ohne einen Funken von Vorwissen, zu lesen.

Gott war im Urlaub. Er war angeln. Eine Woche lang. Während dieser Zeit vergingen auf der Erde etwas mehr als 400 Jahre. Und als Gott in Anglerklamotten in sein Büro kommt und all die Nachrichten über all die schrecklichen Dinge von seinen Assistenten vorgelegt bekommt, welche die Menschen in den letzten vier Jahrhunderten während seiner Abwesenheit verbrochen haben, platzt ihm fasst der Arsch. Dinge wie der Holocaust, die heiligen Kriege im Abendland, die Teroranschläge auf Amerika und die allgemeine Gier nach Macht und Geld lassen Gott kochen vor Wut. Genau wie die Tatsache, das Moses damals sein einziges Gebot ‘Seid lieb!’ irgendwie für etwas zu dünn gehalten, und einfach 10 neue in Steintafeln gehauen hatte.

Und Gott fragt sich, wie er diese kleinen Mistviecher da unten wieder zur Vernunft bringen könnte, und er entschliesst sich, sein Projekt zu wiederholen, mit dem er bereits vor knapp 2000 Jahren versucht hatte, die Menschen zu besinnen. Er schickt seinen Sohn Jesus zurück auf die Erde, der momentan die meiste Zeit damit verbringt, mit Jimi Hendrix zu jammen und jede Menge Gras wegzukiffen, um den Menschen die einzig wichtige Botschaft zu überbringen: Seid lieb! Jesus landet in New York und hilft dort zunächst ein paar Obdachlosen und Bedürftigen, über die Runden zu kommen. Allerdings erkennt er schnell, dass dieser Weg nicht der richtige ist, um knapp sieben Milliarden Menschen zu bekehren und kurz bevor sein Projekt den Bach runter zu gehen droht, beginnt in Amerika die neue Staffel der Casting Show AMERICAN POP STAR. Und Jesus wittert seine Chance und meldet sich zum Casting an, um schon bald der bekannteste und am meisten diskutierte Mensch der USA zu sein.

Man muss sich schon sehr auf diesen Roman einlassen, da die wirklich abgedrehte Story einem doch einiges abverlangt. Aber wenn man das tut, bekommt man einen wunderbaren Mix aus schamloser Blasphemie, Satire und Kritik an der Gesellschaft und der gesamten Zivilisation. Das Wirken und die Passion von Jesus Christus wurde auf unsere heutige, moderne Zeit übertragen und heraus gekommen ist eine wirklich grossartige Geschichte, die mit dem Kapitel in den Büros des Himmels zwar ziemlich derbe und ungeheuer witzig beginnt, dann aber sehr nachdenklich wird, wenn wir Jesus bei seinem Versuch begleiten, die Welt ein wenig besser zu machen und mit ansehen müssen, wie er in den Sumpf der Fernseh- und Musikbranche gezogen wird und letztendlich mit all seinen Guten Vorsätzen doch nur noch mehr böses heraufbeschwört.

Dies ist kein religiöser Roman, und doch ist es ein religiöser Roman. Es geht schliesslich um Jesus. Und Gott. Aber Gott scheisst auf das, was die Menschen aus der Bibel gelernt haben wollen. Gott scheisst auf Kirchen und Gebete. Gott liebt die Schwarzen. Und die Schwulen. Und Menschen, die etwas kreatives aus dem Nichts erschaffen. Und er spielt gerne Halo 3 und zitiert mir seinen Heiligen liebend gerne Monty Python Filme. Aber Gott sorgt sich dennoch um seine Schöpfung. Er will nicht angebetet werden. Er will nur, dass alle glücklich, zufrieden und lieb zueinander sind. Und wenn Religion überhaupt irgend einen Nutzen hat, dann höchstens den, dass sie uns lehren soll, wir wir besser miteinander umgehen, uns gegenseitig respektieren und das beste aus unserer Zeit auf diesem kleinen dreckigen Planeten machen. Und John Nivens hat es meiner Meinung nach geschafft, trotz einiger wirklich witziger Stellen, eine latente Nachdenklichkeit zu erzeugen und den Sinn von Religion und unserem derzeitigen Streben nach materiellen Werten in Frage zu stellen.

Was ich eigentlich sagen wollte: Gutes Buch. Sollte man lesen. Vor allem, wenn man die Kirche und den ganzen Rattenschwanz dahinter völlig sinnlos und zum kotzen findet.

Podcast Nr. 534: Alte Kotze ist kalt

Dinge, mit denen ich mich nicht anfreunden kann, im Notfall muss man Schlange stehen, Verbeugung vor Frau Husten, a rub dub just relaxing in the tub, wer hilf den armen Drogendealern, Stimmung wie an der Küste und Rentner zu sein ist offensichtlich echt zum kotzen.

 

Sonntag Nachmittag.

Redaktionskonferenz im Unperfekthaus mit Jörn und Patrick. Wir sprachen über das Magazin, noch anliegende Aufgaben und deren Verteilung und tranken viel zu viel Kaffee.

Wir haben ein Label!

Es gibt ziemlich gute und mindestens genau so coole Neuigkeiten, was das Magazin betrifft. Wie bekannt, werden wir parallel zum PDF Magazin auch noch einen Sampler mit Musik zum Download anbieten. Im Gegensatz zu den grafischen Einsendungen, die quasi von selbst bei uns im Postfach landen, ist bei den musikalischen Sachen etwas mehr Eigeninitiative von uns nötig.

Und so schaute ich erstmal auf den einschlägigen Webseiten nach, auf denen Solokünstler und Bands ihre Musik unter der Creative Commons Lizenz zum Download und zur freien Verwendung anbieten. Ganz ergiebige Sache eigentlich. Allerdings, wie gesagt, relativ aufwendig. Vor allem, da viele Musiker dort teilweise nicht mehr aktiv sind oder kaum Möglichkeiten bieten, mit ihnen in Kontakt zu treten. Negativer Höhepunkt bei meiner Suche war eine Website, auf der es keinerlei E-mail-Adressen, Kontaktformulare oder sonstige Möglichkeiten gibt, um mit den Künstlern ins Gespräch zu kommen. Fail auf der ganzen Linie.

Daher schaute ich, ob ich vielleicht eine Zusammenarbeit mit einem kleinen Label in die Wege leiten könnte, die uns die Songs ihrer Künstler zur Verfügung stellen, um diese ein wenig zu pushen. Und siehe da, kaum ein wenig nachgefragt, kann ich stolz verkünden, dass wir eine Kooperation mit Snowhite eingegangen sind.

Snowhite sind ein Indipendent Label aus Berlin, welches deutsche, US-amerikanische, englische und kanadische Bands betreut. Unter anderem veröffentlichen Snowhite Alben der Bands Zoot Woman, The Sounds, The Bishops und betreuen ausserdem auch die Indie-Pop Band Die Sterne aus Hamburg.

Die Zusammenarbeit zwischen Snowhite und dem Bastard Magazine wird es uns ermöglichen, viele neue und zu unrecht noch viel zu unbekannte Musiker und Bands vorzustellen. Im Zuge dessen werden wir auch Bands auf dem Sampler haben, deren Songs mit dem Erscheinen des eben selbigen eine Download-Premiere feiern und bis zu diesem Zeitpunkt nirgendwo anders zu bekommen sind und überhaupt wird das alles total grossartig werden.

Ausserdem bin ich gespannt, was sich bei unserer ersten Redaktionssitzung, die Jörn, Patrick und ich heute abhalten werden, noch alles spannendes ergeben wird. Das Magazin verschlingt eine Menge Zeit, aber das Gefühl, dass es sich lohnt und das wir da was wirklich tolles an den Start bringen, ist jederzeit bei jedem von uns zugegen und wir können es kaum noch erwarten das Ding fertig zu stellen.

Podcast Nr. 533: Mobil am Limit

Ein bunt gespickter Wurststrauss zum Wochenende. Unterschichtenpodcasting aus höchsten Tiefen, danke an Holger und Tim, der Pilot ist ne dumme Sau, erdrosselt und ausgesaugt, die Twitter-Front vom Telekommando, musikalisch-nostalgisches intermezzo, Maskenball am Wochenende, unperfekte Redaktionssitzung und überhaupt hab ich noch total viel zu tun.

 

Podcast Nr. 532: Nach Diktat vereist

Doch noch Liebe auf diesem Planeten gefunden, für Hilfe bin ich immer sehr empfänglich, für geshoppte Bewerbungshackfressen eher weniger, billiger Tanken ist keine Entschuldigung, Siri schreibt mit Iris, Andy Warhol macht in Zeitschriften und grüsst doch mal meinen Lieblingspodcaster.

 

Podcast Nr. 531: Wagen sprung nicht an

Nicht immer die selbe springende Musique, startende Hilfe am frühen Tag, der Tankwart muss kauen, nackige Schmerzen in steifen Dingen, gerade da und schon warm, Krupps machten sich richtig Mühe und am Wochenende stirbt ein Teil meiner Kindheit.

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